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Thesenpapiere: Kreatives Schreiben in Realschule und Gymnasium
Eingestellt von Wolfgang Melchior am 25. 01. 2007 (24831 mal gelesen)
Thema Arbeiten in der Germanistik
Arbeiten in der Germanistik Wolfgang Melchior schreibt:
Kreatives Schreiben in der Realschule/im Gymnasium
Stundenentwürfe/Beispiele



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  • Diese Übersicht als DOC
  • Sämtliche Dateien in einem ZIP-Archiv gepackt



    1.) 5./6. Klassenstufe:
    a) Umschreiben einer Fabel in andere Formen
    Beispiel: Umschreiben einer Fabel in eine Erlebniserzählung, Fantasiegeschichte oder einen Comic

    b) Bildgeschichte nach Clustermethode
    Beispiel: Moderne Gemälde oder Darstellende Kunst als Hausaufgabe/Schulaufgabe

    c) Textsorten verbinden: Nach einem Märchen einen sachlichen oder persönlichen Brief an eine Figur schreiben
    Beispiel: Nach Kästners ?Märchen vom Glück? einen Brief an den alten Mann schreiben, der den dritten Wunsch beinhaltet.
    Basistext:
    Arbeitsauftrag Wunschbrief:
    Gesamtprojekt:
    Vorwissen: Kennen der Unterschiede und der Merkmale von sachlichem und persönlichem Brief

    d) Nachspielen von Gedichten
    Beispiel: Jandls balladisches Lautgedicht ?ottos mops? nachspielen.

    2.) 7./8. Klassenstufe:
    a) Szenische Interpretation von Gedichten
    Beispiel: Fontanes Ballade ?John Maynard? szenisch interpretieren.
    Vorwissen: Kennen der Merkmale der literarischen Gattung Ballade

    b) Fortsetzung von Kurzgeschichten bzw. Einleitungen zu Kurzgeschichten schreiben
    Beispiel: Zu Manfred Stubers ?Liebisch oder Der schönste Tag? eine Einleitung und einen Schluss verfassen.
    Vorwissen: Merkmale der Kurzgeschichte

    c) Eigene Texte nach vorgegebenen rhetorischen Stilmitteln verfassen.
    Hilfsmittel: Übersicht der wichtigsten rhetorischen Stilmittel

    3.) 9./10. Klassenstufe:
    a) Inneren Monolog eines Protagonisten verfassen:
    Beispiel: Zu Bichsels ?San Salvador? einen inneren Monolog der Hauptfigur Paul verfassen.
    Hilfsmittel/Vorwissen: Kenntnis der Erzählmerkmale erlebte Rede und innerer Monolog

    b) Aus der Intention eines journalistischen Textes einen Leserbrief verfassen
    Beispiel: Einen Leserbrief zu einer Streiflicht-Glosse über Mode verfassen.
    Hilfsmittel/Vorwissen: Der Leserbrief

    c) Portrait einer Person entwerfen:
    Beispiel: Portrait zu einer der sechs (drei) Hauptfiguren in Kafkas ?Auf der Galerie? verfassen.
    Hilfsmittel: Das literarische Portrait
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    Thesenpapiere: Magisterprüfungsthemen
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (1192 mal gelesen)
    Thema Wissenschaftliche Arbeiten
    Wissenschaftliche Arbeiten Wolfgang Melchior schreibt:

    Magisterthemen, Wolfgang Melchior, 1996 an der LMU München

    -------------

    1. Philosophie

    1.1. Schriftlich:

    1.1.2. Die kommunitaristische Kritik am Liberalismus

    Literatur:

    - M. Walzer:Spheres of justice

    - Kommunitaristische Kritik am Liberalismus, in: A Honneth: Kritik
    und Gemeinsinn, Frankfurt a.M. 1993

    - Zwei Arten des Universalismus, in: Babylon. Beitraege
    zur jüdischen Gegenwart, Heft 7/1990, S. 7-25

    - Justice and Injustice in the Gulf War, in: Jean Beth
    Elshtian u.a.: But was it just? Reflections on the Morality
    of the Persian Gulf War, New York 1992, S. 1-21

    - Stephan Mulhall:

    -Grundmann, Reiner/ Mantziaris, Christos: Habermas, Rawls and
    the Pardox of Impartiality, European University Institute,
    Florence 1990


    1.1.2. Aristoteles?Theorie der Tugend und der Gerechtigkeit.

    Literatur:

    - Treptow, E. (1979): Zur Aktualität des Aristoteles, München: Uni-Druck

    - Aristoteles: Nikomachische Ethik (Hauptthemen):
    - Gerechtigkeit und ihre Formen
    - Tugenden: dianoetische und ethische
    - der Begriff des Habitus und seine Rueckkopplung zu
    Tugenden
    - Prinzip des Maßhaltens
    - Glück und Kontemplation
    (Anfang und Ende der Ethik)

    -------------

    1.2. Mündlich

    1.2.1. Evulotionaere Erkenntnistheorie

    Literatur:

    - Konrad Lorenz: Die Rueckseite des Spiegels, Muenchen 1984

    - Wolfgang Stegmueller:

    - Seminarpapers



    1.2.2. Die konnektionistische Krtik am Symbolismus

    Literatur:

    - Varela, Francisco: Baum der Erkenntnis

    - Varaela, Francisco: Kognitionswissenschaft - Kogntionstechnik,
    Frankfurt a. M. 1990

    - Maturana, Humberto: Gespraech mit ihm, in: Zur Biologie der
    Erkenntnis, Frankfurt a.M. 1990

    - Kognitionswissenschaft: Minky, Fodor, Searle, Dennett

    - Turing, A. M.: Computing Machinery and Intelligence, in: Minds
    and Machines


    ----------------------------------------------------


    2. Geschichte

    2.1. Der Strukturbegriff in der Geschichtswissenschaft.

    - Puetz, Kocka, Schieder u.a.

    - Seminarpapers



    2.2. Der aufgeklaerte Absolutismus. Friedrich der Grosse und Joseph II. im Vergleich

    Literatur: folgt

    ----------------------------------------------------


    3. Neuere Deutsche Literatur (NdL)

    3.1. Der Dadaismus

    Literatur:

    - Avant DADA

    - Manifeste des Dadaismus

    - Seminarpaper



    3.2. Das soziale Drama des Naturalismus

    1. Primaerliteratur:

    - Hauptmann Dramen vor allem:
    * Vor Sonnenaufgang

    * Das Friedensfest

    - Ibsen-Dramen vor allem:
    * Die Gespenster

    * Die Wildente

    2. Sekundaerliteratur:

    - Seminarpaper

    - Peter Szondi: Theorie des modernen Dramas

    - Der Naturalismus

    - Brechts Kritik am Naturalismus
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    Thesenpapiere: Der Universalienstreit
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (604 mal gelesen)
    Thema Arbeiten in der Philosophie
    Arbeiten in der Philosophie Wolfgang Melchior schreibt:

    Proseminar Franz Lukas, M.A.: Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit,
    WS 1996/97


    Wolfgang Melchior


    Der Universalienstreit


    Schema


    1. Verteilung:


    Fragen: Was sind die Subjekte meines Verteilungsschemas:


    1. 1. Klasssische Ökonomie (seit Smith): Individuen (bzw.
    Haushalte) als sog. Wirtschafsteinheiten


    Methode: methodischer Individualismus


    1.2. Dagegen: Heutige Soziologie: Gruppen, ethnic unities


    Methode: Kommunitaristischer Holismus


    2. Ontologisch: Platonismus/Universalismus Nominalismus


    2.1. Klärung: Was ist (eine) Ontologie?


    2.2. Historisch: Gibt es Universalien: Sind Begriffe Namen für
    abstrakte Entitäten oder nur mentale Konzepte in unseren
    Köpfen? Der Streit zwischen Duns Scotus und Wilhelm von Ockham
    als Platonismus vs. Konzeptualismus (objektive Entitäten
    oder subjektive Konzepte)


    2.2. Heute: Platonismus Konzeptualismus Nominalismus


    Motivationen der Nominalisten: Entmystifizierung der Welt, Vermeidung
    der Russellschen Mengenantinomien


    - Type (Typ)-token (Inschriften) Unterschied


    - Logischer Nominalismus (Mereologie) vs. intensionaler oder extensionaler
    Platonismus


    - Unvollständige Variablen und offene Sätze als Ansatz
    des Nominalisten


    - Ausdrucksmittel der beiden Systeme (siehe PhiloTour 4.)


    - Singuläre vs. generelle und konkrete vs. abstrakte Terme


    - Teil-Ganzes vs. Element-Menge (Mereologie vs. Klassenlogik)


    - Extension vs. Intension


    - Der Dingbegriff des Nominalisten: Das Grüne entspricht
    der Summe aller grünen Gegenstände; Grenzen eines mereologischen
    Systems: Verlust von Unterschieden (Quinesches Quadratbeispiel)


    - Klassifikationsprobleme: Gleichheit (reflexiv, symmetrisch,
    transitiv) ist stark; dagegen Ähnlichkeit (reflexiv, symmetrisch,
    intransitiv) sehr schwach zur Ordnung von Dingen zu Klassen oder
    Ganzen


    Bottom line: Armut des Nominalismus, aber Einfachheit seines Universums
    (siehe Ockhams Rasiermesser)


    3. Verbindung zwischen Universalienstreit und soziologischen Modellen


    Holismus Atomismus/Individualismus


    4. Ethisch: Partikularismus Universalismus


    Die Kreuzung von Universalismus: Individualuniversalismus und
    Gruppenuniversalismus



    Addendum Kritik des Individualismus:


    "We are distinct individuals first, and then (circumstances
    permitted) we form relationships and engage in co-operative arrangements
    with others" (Sandel (1982): Limits.., p. 53



    Literatur:


    1.Universalienstreit


    1.1. Systematisch


    1.1.1. Primärliteratur


    - Russell, Betrand: Probleme der Philosophie, Frankfurt
    Suhrkamp 1967, [vor allem Kap. 9 und 10; guter Einstieg, um sich
    ein Verständnis von Universalien und der damit verbundenen
    philosophischen wie logischen Problemen zu verschaffen]


    - Russell, Betrand: Über das Kennzeichnen [On Denoting
    (1905)], in: Philosophische und politische Aufzätze. Hg.
    v. U. Steinvorth. Stuttgart Reclam 1971, S. 3-22 [dort behandelt
    Russell das Problem, welches sich aus der platonistischen Bedeutungstheorie
    ergab: dort wurden sämtliche Prädikate (ob abstrakt
    oder nicht) als Namen irgendwelcher Objekte aufgefaßt; Russell
    dagegen interpretiert solche Ausdrücke als sog. synkategorematische
    Ausdrücke, die nur innerhalb von sog. Komplexen (oder Kontexten)
    ein?n Sinn ergeben (siehe auch PhiloTour 4.)]


    - Russell, Betrand: Der logische Atomismus [Logical Atomism
    (1924)], in: Philosophische und politische Aufzätze. Hg.
    v. U. Steinvorth. Stuttgart Reclam 1971, S. 23-51


    - Russell, Bertrand: Language and Metaphysics, in: An Inquiry
    into Meaning and Truth, chap.



    XXV, London Allan Unwin 1980, p.
    341-347 [dort vertritt Russell eine nominalistische Position,
    die als einzige nicht wegerklärbare Universalie die der Ähnlichkeit
    übrigläßt]


    - Goodman, Nelson/Quine, Wiilard V. O.: Steps Towards a
    Constructive Nominalism, in: Journal of Symbolic Logic, 12 (1947),
    S. 105-122 [der Versuch eine rein nominalistische Logik zu entwerfen]


    - Quine, Willard V. O.: Logic and the Reification of Universals,
    in: Quine, W.V.O., From a Logical Point of View, Harvard Uni.
    Press 1953, p.102-129


    - Quine, Willard V. O.: Identity, Ostension, and Hypostatsis,
    in: Quine, W.V.O., From a Logical Point of View, Harvard Uni.
    Press 1953, p. 65-79 [dort findet sich ein anschauliches Beispiel
    für das Versagen mereologischer-nominalistsischer Universen;
    kurz beschrieben auch in: Stegmüller (1995), S. 88/89]


    - Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus,
    Frankfurt Suhrkamp 1963 [das klasssiche Werk des logischen Atomismus]


    - Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchung, in:
    Werkausgabe, Bd. 1, Frankfurt Suhrkamp 6. Aufl., 1989, S. 224-
    580 [die Sprachspieltheorie der Bedeutung; Regelfogeparadoxa u.a.;
    Begriff der Familienähnlichkeit: ?? 66-79]


    1.1.2. Sekundärliteratur


    - Stegmüller, Wolfgang: Der Universalienproblem einst
    und jetzt, in: Glauben, Wissen und Erkennen, Darmstadt 1965, S.
    49-118 [Ein Artikel, der aus historischer wie moderner prädikatenlogischer
    (und beweistheoretischer) Sicht den Universalienstreit beleuchtet;
    technische Teile können ohne Verlust eines Gesamtverständnisses
    überlesen werden]


    - Nominalismus/Platonismus, in: Speck, Josef (hg.): Handbuch
    wissenschaftstheoretischer Begriffe, Bd. 2 (G-Q), S. 447-551 [hervorragender,
    aber für Newbies nicht unbedingt einfacher Einstieg]


    1.2. Historisch:


    1.2.1.Primär:


    - Platon: Der Staat [Politeia], in: Platon, Sämtliche
    Werke, übers. V. F. Schleiermacher, hg. v. W.F. Otto/E. Grassi
    et al., Bd. 3, Hamburg Rowohlt 1984, S. 67-310 [Der Staat ist
    das klassische Werk der Sozialphilosophie und ist dem Thema
    der (Verteilungs)Gerechtigkeit gewidmet; die erkenntnistheoretische
    relevanten Passagen finden sich von 504 a 3 - 533 mit den drei
    berühmten Gleichnissen: Linien-, Sonnen- und Höhlengleichnis]


    - Ockham, William of: Ordinatio, I, dist. 2, q. 6.( [QUESTION
    6: WHETHER THE UNIVERSAL IS REALLY OUTSIDE THE SOUL, NOT REALLY
    DISTINCT FROM THE INDIVIDUAL?) [der Text, in dem der Franziskanermönch
    sich vom Platonismus seines Lehrers Duns Scotus distanziert]


    - Berkeley, George [1713]: Three Dialogues between Hylas
    and Philonous, http://pespmc1.vub.ac.be/text/berkeley/berkdial.htm


    - Berkeley, George: Principles of Human Knowledge, http://pespmc1.vub.ac.be/text/berkeley/berkprin.htm
    [Berkeley vetritt in beiden Werken zum ersten Mal in der abendländischen
    Geistesgeschichte die Theorie, daß generelle Prädikatausdrücke
    nicht durch ihre Regefrenz auf irgendwelche Entitäten [ideas],
    sondern durch ihren Gebrauch bestimmt ist]


    - Wittgenstein (siehe oben)


    1.2.2. Sekundärliteratur


    - Stegmüller, Wolfgang: Der Universalienproblem einst
    und jetzt, in: Glauben, Wissen und Erkennen, Darmstadt 1965, S.
    49-118 [Historisches findet sich im Kapitel 3]


    - Occam?s Razor, in: Principia Cybernetica Web, http://pespmc1.vub.ac.be/OCCAMRAZ.html
    [eine vorzügliche WebEnzyklopedie für die Themengebiete
    "cybernetics, systems theory, evolution, philosophy and related
    topics"; der Artikel selbst ]


    - Kilcullen, R.J.: Ockham on Universals, in: Papers on
    Medieval Philosophy, Tape8, http://www.mq.edu.au/~ockham/z3608.html
    [Papers der Macquarie University, die gleichzeitig die mittelalterlichen
    Originaltexte, zum Teil im lateinischen
    Original als Kurs auf
    11 sog. Tapes zur Verfügung stellt. Der hier angegebene Text
    geht von der modernen type-token Unterscheidung aus und beleuchtet
    Ockhams Antwort darauf; von hoistorischem, aber auch allgemeinen
    Interesse]


    - William of Ockham, in: The Internet Encyclopedia of Philosophy,
    http://www.utm.edu:80/research/iep/ockham.htm [ein großangelegtes
    und sehr gründliches Enzyklopedieprojekt, welches allerdings
    seine Einträge ohne Hyperetxtverweise anbietet]


    - weitere


    3. Ontologie:


    3.1. Primärliteratur:


    - Quine, Willard V.O.: On What There Is, in: Quine, Willard
    V.O., From a Logical Point of View, Harvard Uni. Press: 1980,
    p. 1-19


    - Quine, Willard V.O.: Ontological Relativity and other
    Essays, New York Columbia Uni. Press: 1969


    3.2. Sekundäres:


    - Gruber, Tom: What Is an Ontology?, http://www.stanford.edu/what-is-an-ontology.html


    - Ontology, in: Principia Cybernetica Web, http://pespmc1.vub.ac.be/ONTOLI.html


    4. Soziologischer Holismus


    - Marx, Karl: Das Kommunistische Manifest


    Kritiker:


    - Popper, Sir Karl R.: Das Elend des Historizismus, Tübingen
    1979 (vor allem 7. und 23. Kapitel) [mit dem Ausdruck Historizismus
    bezeichnet Popper den Versuch, "den zukünftigen Verlauf
    der Geschichte mit rationalen Methoden vorherzusagen" (ebda.
    S.XI). Popper vetritt demgegenüber ein individualistisches
    Modell der sozialen Stückwerk-Technik (piecemeal engineering),
    welches sämtliche holistische, essentialistsiche Geschichtsmodelle
    von Platon über Thomas von Aquin, Marx bis zu Hitler als
    totalitär ablehnt. Ganzheitliche und essentialistische Theorien
    sollen durch ein sozialtechnologische Trial-and-Error Methoden
    ersetzt werden]


    5. Individualismus/Liberalismus


    Primärtexte


    - Smith, Adam [1789]: Der Wohlstand der Nationen. Eine
    Untersuchung seiner Natur und Ursachen, übers. u. hg. v.
    H.C. Recktenwald


    - Smith, Adam [1789]: An Inquiry Into the Nature and Causes
    of the Wealth of Nations, gopher://gopher.vt.edu:10010/02/141/1
    [ökonomischer Individualismus]


    - Bentham, Jeremy [1781]: Principles of Morals and Legislation,
    http://www.utm.edu:80/research/iep/text/bentham/benthpri.htm [das
    klassiche Werk des Utilitarismus]


    - Rawls, John: A Theory of Justice, Oxford Uni. Press 1971
    [Vertragstheorie; Rechtsliberalismus: Konstruktion von Rechts-
    und Güteransprüchen aus einem Urzustand (original
    position
    )]


    - Nozick, Robert: Anarchy, State and Utopia, Oxford Blackwell:
    1974 [Libertinismus und Radikalindividualismus]


    - Nagel, Thomas: Equality and Partiality, Oxford Uni. Press
    1991 [Individualistischer Universalimsus]


    - Popper, Sir Karl R.: Das Elend des Historizismus, Tübingen
    1979


    Kritiker (alle Kommunitaristen: Walzer, McIntyre, Taylor):


    - Sandel, Michael J.: Liberalism and the Limits of Justice,
    Cambridge Uni. Press 1974 [vor allem chap. 1 and 4; the Good vs.
    the Right]


    6. Lexika und Enzyklopedien:


    - Müller, Max/ Halder, Alois (hgg.): Kleines philososphisches
    Wörterbuch, Freiburg: Herderbücherei 1971, [Philosophie:
    katholisch und metaphysisch]


    - Schischkoff, Georgi (hg.): Philosophisches Wörterbuch,
    Stuttgart Kröner 1965 darin: Nominalismus, Atomismus, Universalien,
    Universalienstreit, Holimsus [begründet in den 30er Jahren
    von Heinrich Schmidt, einem den Nazis nicht abgneigten Philosophen,
    ergo: sozialphilosophische Artikel, aber auch generell mit Vorsicht
    zu genießen, trotzdem aber sehr umfassend]


    - Runes, Dagobert D. (ed.): Dictionary of Philosophy. Ames,
    Iowa: Littlefield Adams & Co. 1958


    - Speck, Josef (hg.): Handbuch
    wissenschaftstheoretischer
    Grundbegriffe. Göttingen:


    Vandenhoek & Ruprecht 1980


    - Hoffmeister, Johannes (hg.): Wörterbuch der philosophischer
    Begriffe, Hamburg 1955


    - Principia Cybernetica Web, http://pespmc1.vub.ac.be/index.html


    - Internet Encyclopedia of Philosophy, http://www.utm.edu:80/research/iep/



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    Thesenpapiere: Kybernetik
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (458 mal gelesen)
    Thema Arbeiten in der Philosophie
    Arbeiten in der Philosophie Wolfgang Melchior schreibt:
    Kybernetik


    kybernhthV = Steuermann


    a) allg.: Systemtheorie: Ashby


    b) Maschinentheorie: Turing,


    c) Informationstheorie: Shannon,
    Wiener


    --- Kommunikationstheorie: Übertragung
    und Verarbeitung von Nachrichten



    Fragen aus der letzten
    Sitzung:


    1.Unterschied von
    dissipativ und konservativ:


    Ideale Gase besitzen drei Zustandsgrößen:


    Druck. p


    Volumen: V


    Temperatur: T oder q


    Drei Typen von Zustandsänderungen
    eines Systems:


    a) Isochore ~ : D V = 0


    b) Isobare
    ~ : D p
    = 0


    c) Isotherme ~ : D
    T = 0


    daneben:


    d) Isentrope ~ : D
    Q = 0 (Konstanz der Entropie, also, kein Wärmeaustausch mit
    der Umgebung, völlige Wärmeisolierung)


    e) polytrope ~ : D
    Q 0










    Def.:


    Wärmekraftmaschine: Maschinen,
    die Kreisprozesse im Uhrzeigersinn durchlaufen (Rechtsprozesse
    oder Carnotprozesse). Zufuhr von Wärmenergie bei hoher Temp.
    Umwandlung in mechanische Arbeit. Abgabe der Restwärmeenergie
    bei niedriger Temp.


    Kältemaschine/Wärmepumpe:
    Maschinen, die Kreisprozesse gegen den Uhrzeigersinn durchlaufen
    (Linksprozesse). Aufnahme von Wärmeenergie bei niedriger
    Temp.. Zusätzliche mechanische Arbeit (Kompressor) wird zusammen
    damit abgeführt (an Umgebung).


    Erster Hauptsatz (Energieerhaltungssatz;
    konservare=erhalten; konservatives Prinzip)


    a) In einem abgeschlossenen System ist die Summe
    aller Energien konstant.


    -- Energie wird weder vernichtet noch entsteht
    aus dem Nichts, sondern wird nur umgewandelt.


    b) 1. Hauptsatz der Thermodynamik im engeren Sinne


    Zufuhr von Wärmeenergie und mechanischer Arbeit
    vergrößert die innere Energie eines abgeschlossenen
    Systems.


    Q + W = D
    U


    Def. INNERE ENERGIE: D
    V = 0 ==


    Änderung der ~:


    Q = D
    U, da keine Arbeit geleistet wird ergo:


    D
    U = cVm DT


    Innere Energie:


    U = cVm T (eigentl.
    innere Energie) mit


    m Masse des Gases


    cV spezifische Wärmekapazität
    eine Gases


    Ein anderer Ansatz: Äquivalenz
    von mechanischer Energie (nicht Arbeit!!) und innerer Energie
    (Joules Wärmekraftmaschine). Temperatur eines Stoffes ist
    das Maß der mittleren kinetischen Energie seiner Moleküle
    (statistische Wärmetheorie nach Maxwell).


    Zweiter Hauptsatz der Thermodynamik
    (dissipatives Prinzip; disspipare=zerstreuen)


    a) Prinzip der Wärmekraftmaschine
    (Def. siehe oben):


    "Wärme kann nur dann in Arbeit umgewandelt
    werden, wenn zugleich ein Teil der Wärme von einem wärmeren
    auf einen kälteren Körper übergeht"


    b) Prinzip der Kältemaschine
    (siehe oben)


    Wärme kann von einem kälteren auf einen
    wärmeren Körper nur unter Aufwand mechanischer Arbeit
    übertragen werden


    Ergo: Wärmeenergie fließt in einem unbeeinflußten,
    geschlossenen System niemals von Stellen niedriger zu Stellen
    höherer Temperatur oder:


    die Entropiedifferenz in einem geschlossenen System
    ist stets größer/gleich 0:


    D
    S ? 0



    Zwei Typen von Prozessen in geschlossenen
    Systemen:


    Reversibilität:
    Eigenschaft von Zustandsänderungen eines Systems, welches
    wieder in seinen Ausgangszustand ohne Energiezufuhr zurückkehrt.


    Irreversibilität:
    Nur in eine Richtung ablaufende Prozesse.


    2. Isomorphie
    (nach
    Ashby)


    Black-Box-System: es werden nur die Inputs und Output
    eines Systems betrachtet und dann auf ihre funktionale Ähnlichkeit/verschiedenheit
    geschlossen.


    Vorläufige Klärung: isomorph = musterähnlich/gleich
    ("similiar in pattern")


    Allg.: Jede Abbildung (mapping),
    welches die Relationen zwischen den Elementen unverändert
    läßt oder: wenn eine eineindeutige (bijektive) Abbildung
    die Zustände (In- und Outputs) des einen Systems ins andere
    vorliegt. (vgl. dazu Ashby, S. 94-101).


    Beispiele: Negativ - entwickeltes Bild


    Landschaft - Karte


    Ashby?s Beispiel: ein mechanisches Federsystem,
    ein Schwingkreis, ein Polynom zweiten Grades


    Ziel isomorpher Systeme: Simulation komplexer Systeme
    durch funktionsgleiche einfache(re). Dadurch wichtig bei der Bildung
    von wiss. Modellen.


    3.Geschlossenheit
    vs. Offenheit von Systemen


    Offene Systeme können Energie, Materie und Informationen
    austauschen, geschlossene nicht (nach H. Wehrt).


    Grundproblem der
    Geschlossenheit: Die Gesezte der Thermodynamik besitzen nur für
    geschlossene Systeme Gültigkeit, jedoch läßt dies
    kein experimentelle Bestätigung zu, da jeder Meßvorgang
    eine physikalische Wechselwirkung zwischen System und Experimentator/Meßgeräten
    darstellt. Damit stößt man auf ähnliche Probleme
    wie in sie zur Ausbildung der Quantenphysik führten (Dualität
    Welle-Teilchen): der Beobachter ist Teil des Systems, ein Objekt
    an sich gibt es nicht.1


    Partielle, temporäre Geschlossenheit: kennzeichnend
    für lebendige Systeme; "ist notwendige Voraussetzung
    der vollen dynamischen Offenheit der Biosysteme"


    "Lösungsansätze":


    - Turing: "simplification, idealization, falsification".
    Geschlossene Systeme sind nur modellhafte Idealisierungen


    - geschlossene Systeme sind Sonderfälle offener
    = in offenen Systemen gelten die Gesetze der Thermodynamik
    und noch weitere.


    Typen von Verhaltensbeeinflußung
    eines Systems


    1.) Auslösung


    Eine einfache Kausalbeziehung zwischen einer Information
    und dem Empfänger, ohne daß Art und Richtung des Verhaltens
    beeinflußt werden. Einfachste Beispiele sind Schalter (bzw.
    Ein- und Ausschalten); der Vorgang bewirkt zwar kanalgerecht ein
    Systemverhalten, jedoch spielen dabei Intensität und Art
    und Weise des Auslösens keine Rolle (vgl. neuronale Alles-
    oder Nichts-Reaktionen).


    2.) Steuerung


    "Das Ziel wird von außen gesetzt, Richtung
    und Art des Verhaltens werden von außen dirigiert."


    Gesteuerte Systeme sind nicht in der Lage, Sollwerte
    einzuhalten oder anzustreben.


    a) feste Steuerung: starre Steuermechanik wie z.B.
    bei unbedingten Reflexen oder Schienen eines Zuges.


    b) variable Steuerung: flexible Steuermechanik wie
    z.B. beim Autofahren oder der Körperhaltung


    3.) Regelung


    "Das Ziel, der Sollwert, wird von außen
    gesetzt, das System verändert selbst sein Verhalten so, daß
    dieser Sollwert erreicht wird"


    Geregelte Systeme sind "innengesteuerte"
    Systeme (Selbststeuerung).


    4.) Anpassung


    "Das System verändert sein Verhalten so,
    daß sich ein Gleichgewichtszustand zwischen System und Umwelt
    einspielt - dieser selbst entwickelte Sollwert wird jetzt der
    zukünftigen Regelung zugrunde gelegt"


    Anpassung, nicht Regelung sind für die evolutive
    Selektion relevant.


    Geht man vom Modell des stabilen Gleichgewichts aus,
    hat jedes System (Organismus) grundsätzlich zwei Möglichkeiten,
    auf Störungen der Umgebung (Veränderungen der Umweltbedingungen)
    zu reagieren:


    - Erreichen des alten Equilibriums


    - Suche nach einem neuen Equilibrium


    Anpassung unterscheidet sich von Regelung also einmal


    - qualitativ: neue Arten von Störungen


    - quantitativ: Dauer und
    Intensität der Störung
    macht den alten Gleichgewichtszustand instabil.


    Letztlich sind es die quantitativen


    Spezialformen: Gewöhnung, Imitation, Automatisierung


    vor allem aber: bedingte Reflexe und Lernverhalten


    Beim bedingten Reflex ist zwar der Verhaltensoutput
    von bedingtem und unbedingtem Anteil gleich, jedoch hat der Organismus
    ein neues Verhaltensmuster entwickelt (Umcodieren von Reizen).


    Ähnliches gilt für Lernen durch Erfolg
    und Irrtum.


    -- Selbstorganisation läßt sich als


    - ein Spezialfall von Anpassung als auch/oder


    - eine Weiterentwicklung von Anpassung


    interpretieren.


    Im ersten Fall wird auf die Außenstörungen
    die Betonung gelegt (stabil gegenüber Umgebungsänderungen),
    im zweiten Fall ist das System selbst gegenüber (zufälligen,
    statistischen) Änderungen seines Innenmilieus stabil.


    Rückkopplungen
    (feedbacks)


    Kompensatorische (=
    negative R.: "je mehr desto weniger" v "je weniger,
    desto mehr") ~:


    Grundsätzlich ist jedes Regelungssystem träge,
    d.h. Soll- und Istwert sind zeitlich, nicht nur schematisch getrennt,
    oder anders ausgedrückt.


    - der Regelbefehle ist gegenüber dem Sollwert
    oder noch anders


    - Stellgröße ist gegenüber der Regelgröße


    phasenverschoben.


    --- praktisch (im Gegensatz zu theoretisch-modellhaft
    nach Blockschema) ist jedes negativ rückgekoppelte System
    ein oszillierendes
    System .


    Kumulative (= positive
    R.):


    Janusköpfig: einmal sind kumulative R.s genau
    das, was in der Regelung vermieden werden soll, da sie das System
    instabil werden lassen; auf der anderen Seite können solche
    R.s auch zu neuen stabilen Equilibria führen --- Anpassung.



    Drei Arten des "Übergangs"
    von kompensatorischen zu kumulativen (positiven) R.:


    a) Phasenverschiebung phi = 1/2: run-away-reaction
    (Aufschauklungsreaktion). Beispiel: Intentions-Tremor. Die Regelung
    tritt genau dann ein, wenn das System bereits wieder vom Sollwert
    abgewichen ist.


    b) Zunahme der Störungen oder deren Intensität
    --- Aufschaukelung wie unter a)


    c) Invertierung des Stellglieds: Beispiel Klospülung:
    der Schwimmer schließt nicht, sondern öffnet mit zunehmenden
    Wasserstand das Einlaßventil.


    Quellen/Literatur:


    * Flechtner, Hans-Joachim: Grundbegriffe der Kybernetik,
    5. Auflage 1984


    * Ashby, W. Ross: An Introduction to Cybernetics,
    London 1958


    * Holton, Gerald/rev. Brush, Stephen G.: Introduction
    to Concepts and Theories in Physical Science, Princton Uni. Press
    1985


    * Physical Science Study Comittee (PSSC) Physik (dt.
    Fassung), Braunschweig 1974


    * Wehrt, Hartmut: Über Irreversibilität,
    Naturprozesse und Zeitstruktur, in: Offene Systeme I. Beiträge
    zur Zeitstruktur von Information, Entropie und Evolution, hg.
    v. E. v. Weizsäcker, Stuttgart 1974, S. 114-199


    * Kuchling, Horst: Taschenbuch der Physik, 15. Aufl.,
    Köln 1995 (Wärmelehre)


    * Stachowiak, Herbert: Kybernetik, in: Handbuch zur
    Wissenschaftstheorie, hg. v. H. Seiffert u. G. Radnitzky, München
    1992






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    Thesenpapiere: Kotkin: Tribes
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (726 mal gelesen)
    Thema Arbeiten in der Philosophie
    Arbeiten in der Philosophie Wolfgang Melchior schreibt:

    Nicht sehr vetraut mit Kulturgeschichte, aber mit Geschichte

    Why is this book important?

    1.) The subject (see Hans Sixtus lec.): "Stämme. Wie
    Rasse, Religion und Identität den Erfolg in der Neuen globalen
    Wirtschaft bestimmen"

    "proxy discussion via american culture"

    2.) Includes a theory of history after the proclaimed end of history

    3.) Ideology-critical (ideologiekritisch) and materialistic in
    the sense that theories are not self-sufficent or god-given, but
    means/tools to survive within a hostile environment

    4.) German self-accusation and hypocrit-remorse remains a mere
    historistic, self-centered and thus (?) perilious enterprise to
    the Jews themselves (Goldhagen)


    What are its shortcomings?

    1.) The concept of tribes remains unclear. It is merely given
    the list of five global tribes with three properties (principles).
    No criterion of selection but:

    - "vocation of uniqueness"

    - "group identification"

    2.) "Wertaussagen vs. Tatsachenaussagen": No superiority,
    but

    Not much to say about this flipside of the racial coin:

    - "unchecked --> war" but who should check tribes
    if they are the only remaining strongholds of gobal politics?

    3.) Understandable from a Jewish point of view (as the quintessential
    tribe)

    4.) Tribalism is a theory of and for winners: the least favored,
    the weak do not into the grand picture

    5.) The relation between nation-state and tribes remains inconsitent


    DEFINITIONS

    1. "Global tribes are today´s quinzessential cosmopolititans"
    (p. 4)

    Definition by analogy:

    a) Able to assimilate, adopt foreign x without loosing unity ("imitators
    par exellence", "aquisitive attitudes")

    --> isolation and total assimilation are the two extremes which
    neccessarily lead to the end of global tribes

    b) Global network of trust beyond historically given confines/borders
    (diaspora vs. ethnic dispersion, "tradition of solidarity")

    c) Passion for knowledge: learning not as matter of individuals
    but of groups

    ---> synergetic effect

    ---> This makes tribes as conservative (preservation of identity
    and unity) as innovative

    later:

    d) Belief in self-improvement and the ideology of capitalsitic
    rationality (capital = savings = short-term sacrifices for long-term
    benefits: fits best to people who regard themselves as links of
    a long ethnic chain)

    2. The subjects of history are not classes (Marxism), even less
    individuals (liberalistic tradition), but global tribes:

    2.1 HOLISTIC (in contrast to individualistic):

    field of application: ontology (objects and relations) and the
    questions - "What are the units of scientific research,
    what shall we look for" and hence:

    - "What drives the historical process, who determines the
    destiny of singular lifes"

    examples: classes, nation-states, tribes (hypothesis: also decribes
    the historical sequence)

    2.2 PARTICULARISTIC (in contrast to universalistic):

    field of application: ethics (matters of value and worth) and
    the questions

    - "How are we to derive values" and

    - "Who/what is the entity to which values are to be applied
    to"

    Questions combining 2.1 and 2.2:

    - "Are values formed by persons and carry over to society
    via communicative channels" or "Are values repersented
    by a culture as a whole and no particular person can be viewed
    as "holder and former" of values"

    3.) Culture:.."is an aggregate of divergent and contradictory
    pictures, and each picture is true" (Hidetoshi Kato quoted
    by Kotkin p. 10)

    --> poses a monumental threat to science as a



    whole

    Kotkin does NOT seem to reconcile contradictory pictures

    But: it is not money but knowledge that makes Jews part of the
    Amercan elite

    --> Redefining knowledge: not specialized but sprawling across
    different fields, bringing the disrupted, disparate together,

    Hollywood: from studios to agencies (Who owns whom)

    Questions of differentiation:

    1. What distinguishes global from local tribes?

    - Defintion above

    - tradition

    2. What distinguishes global tribes from global networks or migrating
    populations?

    - enduring sense of group identification

    (excursion: dilemma for any diaspora tribe: the more cohesive
    within the host society the open to attack; therefore: lean assimilation
    and strong self-identity


    III. THE JEWS:

    1.) Wanderers Inc.:

    - starting point: "historical fission"

    - history: "predestined for the role of intermediaries"

    - "handshake deal mentality"

    - cpitalism: best prepared for the advent of capitalism: already
    existing transnational networks and no ideological hindrances
    to access foreign markets

    - not only greater mobility but essential opportunism

    - "took refuge in the dynamic acquiescence in change"

    - former niche-capitalists have now become GPs and "Skin
    a carcass on the street ,rather than be dependant on other people"
    (old rabbic watchword): self-employment rates! Rag-trade business
    (garment industry.

    - making money to secure survival

    - to the Afro-Americans?: ´sechel´ rather than brute
    force

    - family at the core of the civil society (in contrast to feudal
    gentry)

    (Hegel) is taken earnest by Jews while European culture developed
    the Single

    - Move on to less dirty profession, less risky --> Indians


    Garment (Eastern Europe)---> Jewlerry (Israel, Africa, India,
    Asia)---> universally skilled professionals (USA): mutual benefit

    - USA: gaining full citizenship

    self-irony vs. accusation:

    "make a fool out of yourself and everybody underestimates
    your skills"


    Immigrant business: "low cost of entry, low overhead, and
    not aöready dominated by some other group"

    1930:

    schmatte business "marketing movies like garment" while
    others discussed the artificial value of film

    control of film studios

    no public Jewish identity and "an abyss" between film
    Jews and banking/trading Jews

    unconscious of their Jewish solidarity

    First rush of anti-Semitism:

    de-Semitization of movies

    Phantasy formation: striking the American soul

    powerfull but unloved: still right today?

    3.) The Limits of Zion

    "Jewry has no formal boundaries; its informal boundaries
    are subject to constant movement, change and debate"

    Is this a ideological question or a Jewish truism

    - Diaspora remains attractive; but Israel is the security: a tacit
    treaty of of mutual benefit beween diasporas and Israelis (is
    it in danger after the new orthodox Israli nationalism?)

    Threat: emigration from Israel seeking better opportunities elsewhere
    (not becomming "sons of the land" as Zionist intended)

    Misproportion immigartion/emigration to/from USA/Israel: more
    from Israel to zhe USA than v.v.

    yet the USA is only a pit stop for Israeli Jews (gas station metaphor)


    Jewry is only successful as a minority ("in Israel is to
    much yeast")

    existence of Israel destroyed the Jewish personality: Is the Jewish
    people giving way to the Israeli nation?

    Do they fail now where they were successful in diaspora and v.v.?


    Dependence of the Israeli state on diaspora, the more ultra-orthodox
    the Israeli politics becames (see p. 66)

    Israel Diaspora

    "re-created Jew" "Old
    Jew"

    farming trading and banking

    kibbutz and socialist system metropoles

    mamlachtiut (statism) dynamism

    paternalistic, bureaucratic state weak, laissez-faire state

    Zionims (whether left or right) pragmatism

    Does Kpkin try to pitch Israel´s economic failure against
    the dependence on Amercian diaspora Jews?


    Kotkin´s book, an intra-Jewish dispute?

    Terms:

    galut = exile

    schmatte = rag, detriment-

    aliya = emmigration to Israel

    mamlachtiut = statism
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    Thesenpapiere: ERNST PITZ: GESCHICHTLICHE STRUKTUREN. Betrachtungen zur angeblichen Grundlag
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (714 mal gelesen)
    Thema Arbeiten in der Geschichte
    Arbeiten in der Geschichte Wolfgang Melchior schreibt:
    Übung Prof. Bauer: Theorieprobleme der Geschichtswissenschaft


    SS 1994


    Wolfgang Melchior


    Thema:


    ERNST PITZ: GESCHICHTLICHE STRUKTUREN. Betrachtungen zur angeblichen
    Grundlagenkrise der Geschichtswissenschaft


    in: HZ 198 (1969), S. 265-305


    A Grundsatzthesen /Problemstellung


    1. Keine Antinomie von Struktur und Persönlichkeit, sondern
    "gegenseitige Bedingung" (Schieder)


    2. Struktur ist nicht:


    - Regelbegriff der Soziologie


    - gesetzesgleiche Faktoren der materialistischen Geschichtsauffasssung


    3. Problemhorizont:


    3.1. pädogogische Vermittlung "fremder Vorstellungswelten"
    nicht anders als über Strukturen möglich


    3.2. Dabei spielen die Historischen Hilfswissenschaften eine herausragende
    Rolle


    - Festliegen des "Tatsachengerippes der Geschichte"
    seit Beginn "kritischer Geschichtswissenschaft" (Quellen
    erschöpft)


    ---> Grenze unseres Wissens ist bestimmt durch die begrenzte
    Anzahl der Quellen


    - Historiographischer Shift und disziplinarische Auffächerung:
    Wichtigerwerden von Einzelwissenschaften


    Trennung zwischen politischer Geschichte und Hilfswissenschaften
    gründet auf der Trennung von erzählenden Quellen (Tradition)
    und den "Überresten"


    Überreste sind "nicht durch das vielfach getrübte
    Filter der Reflexion geseiht, sondern unmittelbar aus der geschichtlichen
    Wirklichkeit entsprungen"


    B Strukturen:




    I. STRUKTUREN ALS MOTIVATIONSKETTEN (Strukturen ersten Grades)


    Altes Problem: Wie bringe ich geschlichtliche Wirklichkeit und
    Reflexionsbegriffe zusammen?


    1. über den "zweckhaften Zusammenhang von Motiven, der
    es erlaubt, über das Handeln von geschichtlich nicht faßbaren
    Menschen etwas auszusagen"


    "wisenschaftliche Formeln für .. Motivationszusammenhänge"


    !!dagegen: "..., denen Menschen in konkreten geschichtlichen
    Situationen ... gehorchen"


    S. 271: Immanenz der Gesetze von Quellen vs. Motivformel


    2. Ordnung der MK muß planmäßig sein und kann
    methodisch kombiniert werden


    3. Aszendentes Verfahren:


    Vom einzelnen zum Allgemeinen


    Gültigkeit: Bezug auf konkrete Einzelpersonen (=Abgrenzungskriterium
    von Geschichtswissenschaft)


    vs. Analytische Methoden (statist., determinist. anderer Wissenschaften,
    die "inhuman" sind


    folgt daraus: PERSÖNLICHKEIT VS. STRUKTUR?


    Nein: Entkoppelung von Persönlichkeit und Quelle


    1. Menschen ohne Quellen sind nicht "wertlos", da sie
    auch gottunmittelbar sind!


    2. Geschichtswissenschaftliche Methode ist kein allegemeingültiger
    moralischer Maßstab


    3. Topos vom primus inventor der Antike


    4. Persönlichkeit und Struktur bedingen einander als gegenseitige
    Abhängigkeit von geschichtlicher anonymer Masse und geschichtlicher
    Persönlichkeit (Bedürfnis und Fortdauer)


    Moivationsketten sind Zweckzusammenhänge im teleologischen
    Sinne (Wozu-Frage)


    II. STRUKTUREN ALS MOTIVATIONSHORIZONTE: (Strukturen zweiten Grades
    )


    Während MKs auf gleiche/ähnliche/selbe Zwecke gerichtet
    sind, sind MHs aus MKs mit verschiedenen Zwecken zusammengesetzt.


    Multiplizität der Quellen und Methoden liegt in der Nichteindeutigkeit
    menschlicher Produkte bezüglich ihrer Zwecke (S. 276)


    Überschneidungen der Hilfswissenschaften ist ein Produkt
    der Zweckvielfalt menschlicher Handlungen


    Natürliches System der



    Hilfswissenschaften exisiert ebensowenig
    wie ein geschlossenes System menschlicher Handlungen


    Zentrum eines MH: Mensch einer Epoche mit konkreten Ideen, Vorstellungen,
    Motiven


    Grund: MKs müssen auch, wenn geschichtlich wirklich, im Kopf
    existieren


    III. METHODEN


    1. Historische Psychologie:


    Extrapolierung einer Verhaltenserwartung in einer gegeben Umwelt
    (environment)


    Beispiel: Mandrou's historisch psychologische Methode


    2. Geistesgeschichte


    Hegels Weltgeist, Diltheys


    Zentrum des MH: "Tatsachen des Bewußtseins"


    Synthese zu Weltanschaungen als Einheit der "Tatsachen des
    Bewußtseins"


    Subjektlosigkeit dieses Ansatzes (Primat des Allgemeinen gegenüber
    dem Besonderen)


    3. Kritik:


    Sowohl Historische (Verhaltens)Psychologie als auch Geistesgeschichtsschreibung
    leisten die


    Integration disparater hilfswissenschaftlicher Resultate in eine
    Einheit nicht:


    Historische Psychologie : - idealtypische Menschen


    - keine Relevanzkriterien
    (alle Verhaltenseinstellungen)


    - keine Hermeneutik


    Geistesgeschichte: - "Unerweislichkeit des Zusammenhanges
    von transzendatelm Bewußtsein und
    geschichtlicher Wirklichkeit"


    - nur partielle Beschreibung des
    intentionalen Subjekts


    Mangel : keine Synthese von Motivationshorizonten zu einer homogenen
    Epoche


    C "Kritischer Realismus" und das Kriterium der Entsprechung


    I. ENTSPRECHUNG


    Verflechtung von Motivationshorizonten synchron gesehen als Gewebe
    von bestimmten Motivationszusammenh"ngen (Verfassung, Siedlung,
    Kunst, Recht)


    Entsprechung statt Kausalität!:


    chronologische Kette, statt kausale Kette


    Umkehrbarkeit


    JEDOCH: gegenseitige Beeinflußung (S. 284)


    Kunstwerk Geschichte?


    K: Interdependenz mal anders: Entsprechung hinsichtlich welcher
    Epoche?


    Geheimnis : S. 289, Sprünge und Fortschritt?


    II. ERKENNTNISTHEORETISCHE VERORTUNG


    Methode der Historischen Wissenschaft = Ordnung der geschichtlichen
    Wirklichkeit!


    Gewonnene Begriffe SIND die Ordnung der Geschichte


    Deklaration:


    1.:Strukturen sind solche


    - der geschichtlichen Realität und gleichzeitig solche


    - des geschichtlichen Verstehens


    2. Einheit von Ich und Umwelt (Existenzialismus, Lebensphilosophie)


    K: Aszendenz ist Abstraktion und nicht Äquivalenz!


    Hermeneutischer Kurzschluß?


    III. ONTOLOGISCHE VERORTUNG


    1. Geschlossenheit der Epochen


    2. Kein geschichtliches Kontinuum als kausale "Seinsschicht"


    'Methodisch einwandfreie Wissensechaft kümmert sich nicht
    um ontologische Fragen, welches Sein den Dingen an sich zukomme'
    (vgl. Physik)


    3. Offenheit der Geschichte: Wissen Noch nicht: Regeln der Strukturveränderung
    ("Raum für Gottheiten und Mysterien")


    D Zur Grundlagenkrise


    I. Gefordert: Universalgeschichte und Theoretische Geschichte


    1. Noch zu früh für eine Universalgeschichte wegen Wissenslücken


    K: Feststehen des historischen Tatsachengerippes


    2. Fehlen methodologischer Grundlagen


    II. Gefordert: Neue Methoden (soziologische, psychologische, biologische)


    1. Nur andere Begriffe, die trotzdem den Nachweis historischer
    Relevanz erbringen müssen


    2. Mißachtung von Entsprechungen: Analogien ohne synchrone
    Rückbindung


    III. Kritik von Othmar F. Anderle


    1. Anderle:


    - Geschichte als "lebendige
    Zeitlichkeit"


    - Zusammenfallen von Natur und Geschichte


    - Forderung: Theoretische, generalisierende Geschichte über
    das bloße Beschreiben hinaus


    2. Kritik:


    1. Theoretische Methoden sind axiomatisch, setzen also das voraus,
    was der Historiker erst am Ende als Resultat erh"lt


    2. Keine Praxisbezogenheit: keine empirische Nachweise möglich
    nach eigener Methode!


    K. gerade die word ja angegriffen und als unzulänglich bezeichnet


    IV. PROGRAMM


    S. 304: "Der kritische Rationalismus ..."


    S. 305

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    Thesenpapiere: DER DEUTSCHE (POLITISCHE) KATHOLIZISMUS UND DAS KLEINDEUTSCHE KAISERREICH
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (645 mal gelesen)
    Thema Arbeiten in der Geschichte
    Arbeiten in der Geschichte Wolfgang Melchior schreibt:
    Hauptseminar: Nationalstaat und Nationalismus in Italien und Deutschland

    Prof. Bauer

    SoSe 1994

    Wolfgang Melchior



    DER DEUTSCHE (POLITISCHE) KATHOLIZISMUS UND DAS KLEINDEUTSCHE KAISERREICH


    1871 Gründung des Zentrums

    28. Okt. 1870: Soester Programm durch die "beratende Versammlung von Männern aus Westfalen"

    30. Okt.1871: Essener Prgramm

    Anfang 1871: Bischof Kettelers Prgrammentwurf


    Hauptpunkte des politischen Katholizismus bis in die 80er Jahre:

    - "Abwehr jeden Angriffs auf die Unabhängigkeit der kirchlichen Organe"

    - Glaubensfreiheit (auch verfassungsmäßig verankert)

    - Schulaufsicht: "Konfessionelle Schulen"

    - Dezentralisierung

    - "Parität für die anerkannten Religionsbekenntnisse"

    - "Für Wahrheit, Recht und Religion. Seid einig Katholiken"



    I. Der Kulturkampf und sein Ende

    1873: von Virchov (Fortschrittliche): "...es handelt sich hier um einen großen Kulturkampf"

    1.) März 1871: Adressstreit:

    Das Nichtinterventionsprinzip als politische Taktik:(Unterstützung für Rom)

    Aus Bennigsen Adresse an den Kaiser: "Die Tage der Einmischung in das innere Leben der Völker werden, so hoffen wir, unter keinem Vorwande und in keiner Form zustimmen"

    2.) April 1871:

    Antrag des Zentrums auf Aufnahme der Art 15 und 18 der Preußischen Verfassung (Freiheit der Kirchen und des Glaubens) in die Reichsverfassung wird abgelehnt (1. Niederlage des "Verfassungskatholizismus" eines Kettler)

    3.) "Kanzelparagraph" ("Gesetz, betreffend die Ergänzung des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich vom 1. Dez. 1871"): Gefängnisstrafe bei "staatsgefährdenden Verkündigungen"

    4.)1872:

    Schulaufsichtsstreit, Jesuitengesetz, Änderung der __15 u. 18 der preußischen Verfassung (Selbstverwaltung unter Staatsaufsicht, Verweis auf ein "Gesetz zur Vorbildung und Anstellung von Geistlichen")

    5.)Mai 1873: "Maigesetze" und ihre Ergänzungen ein Jahr später:

    Gesetze:- über die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen: "Kulturexamen"

    - über die kirchliche Disziplinargewalt und die Errichtung des königlichen Gerichtshofes für kirchliche Angelegenheiten: Berufungsrecht "an den Staat"

    "Einschreiten des Staates ohne Berufung",

    - über die Grenzen der Rechts zum Gebrauch kirchlicher Straf- und Zuchtmittel:

    Verschärfung des Disziplinargewaltsgesetzes

    - betreffend den Austritt aus der Kirche (Erleichterung der Kirchenaustritts)

    Mai 1874: - Gesetz betreffend die Verhinderung der unbefugten Ausübung von Kirchenämtern

    - Gesetz über die Verwaltung erledigter Bistümer



    Das Ende des Kulturkampfes

    - Verhandlungen Bismarcks mit der Kurie über eine Beilegung

    - Rücktritt des Falken Falk (1879)

    - Juni 1880: Verabschiedung des 1. Diskretionären Milderungsgesetzes: Anwendung der Maigesetze steht im Ermessen des Ministeriums

    - Friedensgesetze: Kopp als Vermitler zwischen Kurie, Preußen und Zentrum

    * Einschaltung des Papstes als Vermittler um die Karolineninseln

    * Gesetz vom 21.5.1886: Aufhebung des kirchlichen Gerichtshofes und des "Kulturexamens"

    - 1887: Verschärfung der Spannungen über neuem Septennatsgesetz (Kartell)

    2. Friedensgesetz: Beschränkung des Vetorechts und der Anzeigepflicht der Regierung, Aufhebung von Ordensverboten



    Ergebnisse des Kulturkampfes:


    1. Bismarck, der politische Verlierer?: Einlenken ab 1878 ("Müde")

    2. Die Rückständigkeit des Zentrums: Liberalismus vs. Katholizismus:

    2.1. Soziale Frage:

    - "Freie Bahn den Tüchtigen" vs. "Freigiebigkeit für die Bedürftigen"

    (Katholische Stiftungen v.a. in Baden)

    2.2. Entfremdung der Katholiken vom Staat durch ihre Gettoisierung:

    Untergraben eines verfassungsgemäßen Verständnisses für



    den Staat(bes. in ländlichen Gegenden)

    3. Persömliche Animositäten: Reichensperger und Bismarck


    II.Aufstieg des Zentrums zur politischen Kraft


    1. Konservative Wende in Bismarcks Politik:

    - Sozialistengesetze

    - Schutzzollpolitik

    - Das politische Aus der Nationalliberalen (1880/1) (von 29,9% auf 19,9%)


    2. Annäherung von Zentrum und Konservativen:

    - Ab 1880: Non-Klerikalisierung: Betonung der Autonomie der Partei gegenüber der Kurie

    Papst anerkennt 1887 die Autonomie des Zentrums in politischen Fragen

    Spaltungsversuche Bismarcks im Verlaufe der Septennatsdebatten 1880

    - Erste Koalition 1878: Zustimmung zur "Franckensteinschen Klausel" (Finanzreform)

    - 1879: Zustimmung zur Wiedereinführung der Schutzzollpolitik (Schutz agrarischer Produkte)


    Beginn von Flügelkämpfen/Entwicklung zur interessengebundenen Volkspartei:

    Durchschlagen der sozialen Hetreogenität : Agrarier (lokal) gegen Bürgerliche (landes- oder reichsweit): Industriestaat oder Agrarstaat, Schutzzollpolitik

    Führten 1893 durch Schorlemer zu Spaltungsandrohung: Aufstellung eigener Kandidaten ("Die Wilden")

    - 1887: Rückschlag im Septenatsstreit: Kartell gegen Zentrum ( "Jeder Mann, jeder Groschen", aber Triennat)

    - Forderungen nach Professionalisierung der Politik (Hertling, Windhorst)

    - Abkehr von der Linken: SPD auch unter Kautskys revisionistischem Kurs nicht "respektabel", zu "obstruktiv und negativ"


    3. "Regierungsfähigkeit"

    ab 1890 (Abdankung Bismarcks)

    3.1. Öffnung zu Bürgertum und Arbeiterschaft:

    Innerparteilich:

    - Führungswechsel: von Aristokraten (Frankenstein u.v.a.) und Geistlichen zu Bürgerlichen (non-business Mittelklasse: Rechtsanwälte, Intelligenz): Lieber, Gröber, Spahn, Hertling

    - von 30% aristokratischen Abg. zu wenigen (von 1893-1914 nur mehr 23 insgesamt)

    - "Kollektiver Vorsitz" ab 1901 durch Gröber, Hertling und Spahn

    - Gründungen von Stiftungen (Wohlfahrtsverbänden) und des Katholischen Volksvereins

    als lokale sowie Massenorganisationen


    3.2. Fokusierung der "Paritätsfrage" (Hertling, zuvor Windhorst)

    Mittelstand drängt auf Einlösung der ökonomischen Versprechen des Kapitalismus

    Soziale und wirtschaftliche Fragen werden relevant: Besteuerung von Kleinläden, Zinsgesetze u.a. (Protestpotential)

    Ziel: Ausgang aus der Inferiorität durch den Beweis politischer Führungsqualitäten

    Beweis "200% Deutscher zu sein" (Lieber)

    Nicht hinwegtäuschen: Alle Initiativen hatte einen ideologischen Hintergrund


    ab 1893: Militärfragen stehen im Zentrum (Ablehnung der Militärvorlagen Caprivis)

    Marinegesetzgebung, Großes Militärgesetz)

    1897: RGO: Stärkung des Zunftwesens

    ab 1900: Großhandels-und Kaufhausgesetze (v.a. inBayern): Umsatzsteuererhebungen, Zinsbeschr.


    innerparteilich: Höhepunkt der Spannungen zwischen Agariern und Forschrittlichen durch die

    Verträge mit Spanien, Serbien, Rumänien (1893) und Rußland (1894), denen die Reichstagsfraktion nur zur Hälfte etwa zustimmt. Entwickelt sich zu einem Kampf der preußischen Parteileitung und den Provinzleitungen (v.a. Bayern und Westfalen)

    1889-1902: Sieg der Agrarier durch neues Schutzzollgesetz (1902 , verschärft 1909)

    ab 1897: Miquels "Sammlungspolitik" (Nationalliberale, Konservative) wurde als Neue Bedrohung empfunden:

    1898: Reichstagswahlen gegen den "Staatsstreich" der Rechten.

    1903: Zentrum eine "wahre Volkspartei" (Programm zur Reichstagswahl)

    1906: Julius Bachem : "Wir müssen den Turm verlassen"

    1907: Wieder Opposition gegen den "Bülowblock" (Konservative, Nationalliberale und Progressive)

    1909: Schwarz-blauer Block

    1910: Zentrum wieder Regierungspartei mit Konservativen

    1912: Matthias Erzberger wird Vorsitzender und leitet 1918 die Friedensgespräche

    mit Frankreich


    III. Das Zentrum als Partei:





    Minderheit : 30% Bev.anteil

    1. Organisationen/Interessenverbände:

    Bayerischer Bauernbund

    Bund der Landwirte

    Mittelstandsbund: Handwerker

    2. Schwesterparteien: Hannoveraner, Bayerische Volkspartei

    3. Inhomogentität des Zentrums:

    3.1. nach Wählern: 31% der bekennenden Katholiken wählen nicht Zentrum

    3.2.Massenbasis: Bauern, Kleinbüger der Kleinstädte, Kirchenleute, Adelige

    Zahlen von 1912: 25.8% der Katholiken sind Stadtbewohner

    44.2% der Katholiken sind im agrarischen Berufen tätig

    Je größer der Bev.anteil, desto weniger geschlossen die katholischen Wähler (Bayern!)

    4. Fraktion:

    1907: von 113 Zentrumsabg. kommen 78 aus ländlichen und kleinstädtischen Wahlkreisen

    von 1874-1914: 73 Stammsitze!

    Wählerverteilung: 75% aller Stimmen aus Hochburgen (Westfahlen, Baden, Bayern), wobei:

    Politische Führungsschicht: Adelige, Bildungsbürgertum

    Fraktionsstärke: 63 (1871), in den weiteren Wahlen um die 100 (25%)

    bestes Ergebnis: 1890 mit 26,7%

    Günstiges Wahlrecht: ab 1878 bis zu 25% auf das Konto der Wahlkreiseinteilung und des Nicht-Proportianalwahlsystems


    IV. Katholische Marginalität:

    1. Was ist Marginalität/ eine Randgruppe:

    Strukturelles Ausgeschlossensein von politischen und wirtschaftlichen Einflußsphären.

    Strukturell:

    - Errichtung kultureller Barrieren durch die majority group (Zulasungsbeschränkungen zu Berufen)

    - oder gesetzlicher Barrieren bis hin zum Verbot von Organisationen

    - planmäßige Vernichtung

    2. Stellung zu anderen Randgruppen: Juden, Sozialisten

    Blackbourn: 1870-1890 gegen Nationalismen als auch Sozialismen

    Ab 1890: Mit der Diversifizierung des politischen Erscheinungsbildes:

    - Anti-Semitismus erhält vor allem lokal klare Konturen (Populismus: Verwurf der Liberalen)

    - Keine politische Annäherung an die SPD (Eigentumsdebatten 1898-1903: "Offener Krieg", "Revolution im Parlament"). Beweise von Nationalgefühl seit Gründung

    3. Ende der Marginalität:

    "Groups can attempt to end their marginality in one of three possible ways:

    they can assimilate to the culture

    they can attach themselves to a more universalistic ideology or movement that subverts the cultural categories that define them as marginal

    or they can develop ideologies or institutions that legitimize their own social and political equality or dominance" (Rothman /Lichter, 118/9)

    Alle drei Phasen (1871-1880, 1880-1890 und bis 1914) jeweils eine Strategie?

    1. Universalismus (Bekenntnisfreiheit, Parität)

    2. Mit dem Ende des Kulturkampfes: Dominanzstrategie

    3. Mit demVerlust des kirchenpolitischen Beschränkung: Assimilation

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    Thesenpapiere: HENRIK IBSEN: DRAMEN
    Eingestellt von Wolfgang Melchior am 07. 02. 2002 (876 mal gelesen)
    Thema Arbeiten in der Germanistik
    Arbeiten in der Germanistik Wolfgang Melchior schreibt:

    Hauptseminar >HENRIK IBSEN: DRAMEN< WS 1993/94

    Neuere deutsche Literatur

    Seminarleiter: Dr. habil. Werner Hahl

    Referenten: Ulrike Schweiger, Wolfgang Melchior

    14.12.1993

    1. BIOGRAPHISCHER HINTERGRUND:

    Ibsens erste Entwürfe bringen den Protagonisten in Verbindung
    mit "E.L." (wahrscheinlich Edvard Larssen, der Fotograf
    Ibsens), "ein seminaristischer Pessimist ohne Haltung, ein
    schwächlicher Träumer" (Ibsen in seinen Aufzeichnungen
    zur "Wildente" [])


    2. KURZES CHARAKTERPROFIL HJALMARS:

    Entscheidungslos/-schwach (passiv); "simples Gemüt":
    Glaube an Vorsehung (S. 89), Dialoge mit Gregers (kein Sinn für
    metaphorische Rede); Verdrängung (Szene 5. Akt, ab S. 106);
    "Möchtegern"; fühlt sich wohl in bescheidener
    Familienidylle,


    3. ROLLENKONSTELLATIONEN:

    3.1. Psychoanalytisches Muster: "Durch den Zivilisationsprozeá
    ist der Mensch der gleichen Veränderung unterworfen wie ein
    Kind, das zum Erwachsenen heranreift. Der Instinkt wird geschwächt,
    aber die Logik nimmt zu. Der Erwachsene vermag nicht mehr mit
    Puppen zu spielen" (Ibsen in seinen Aufzeichnungen zur "Wildente"
    [])

    Hjalmar, "ein Kind ohne

    die Unschuldigkeit und

    Sensibilität eines Kindes" []

    - selbst-bewußt

    - Tagträumer

    Hedvig: Alter Ekdal:

    unmittelbare Kindlichkeit Zweite Kindheit

    Totale Lebensflucht

    3.2. Traditioneller Ansatz: Hjalmar als Spielball zweier Lebensanschauungen
    (Dr. Relling und Gregers)

    3.3. Hjalmar als Objekt eines Vater-Sohn Konfliktes:

    - alter Werle benützt ihn als Deckmantel seiner Doppelmoral

    - Gregers will an ihm die "ideale Ehe"(?) demonstrieren


    3.4. Hjalmar zwischen ökonomischer Abhängigkeit vom
    alten Werle und einem selbstbestimmten Leben (Erfindung)


    4. WARUM WIRD HJALMAR WEDER DEM MORALISMUS GREGERS ("IDEALE
    FORDERUNG") NOCH DEM PRAGMATISMUS RELLINGS ("LEBENSLÜGE")
    GERECHT?

    4.1. Verkörpert Hjalmar das Dingsymbol der Wildente?

    - "Das Gleichnis von der Wildente: Wenn sie angeschossen
    sind, dann gehen sie herunter, die streitbaren Teufel, beißen
    sich fest-Aber hat man einen guten Hund und dazu in seichtem Wasser,
    dann - Hedvig als Wildente - ..." (Ibsen in seinen Aufzeichnungen
    zur "Wildente"[]) - Hedvig ist "angeschossen"
    als Kind des alten Werle

    - Gregers hingegen sieht sich als "Spürhund" mit
    der "Lebensaufgabe", "Hjalmar nach oben zu holen"


    - Wildente als Symbol des Unbewuáten des Menschen ("des
    Meeres tiefster Grund")

    4.2. Lebenslüge erscheint - nach Hjalmars eigenem Verständnis
    - als kein Ergebnis des Konflikts von Pflicht und Neigung (siehe
    old Schiller), sondern als deren Vereinigung: Liebe zur Familie
    und Pflicht/Berufung, diese zu ern"hren, koinzidieren in
    der fixen Idee der Erfindung.

    THESE: Schein-Sein Dichotomie ist keine Subjekt-Objekt Relation;
    daher kein Konflikt! Nicht Hjalmar, sondern Hedvig "bezahlt"

    Lebenslüge KEIN "stimulierendes Prinzip" (Relling,
    5. Akt, S. 101) für Hjalmar; Verlust der LLA-Fähigkeit



    5. HJALMAR, EIN CHARAKTER MIT KOMISCHEN ZÜGEN?

    "Die Rolle darf nämlich nicht parodistisch dargestellt
    werden, der Schauspieler muß überzeugt sein, daß
    seine Äußerungen nicht im geringsten komisch
    wirken
    dürfen" (Ibsen in seinen Aufzeichnungen zur "Wildente")
    []

    Trotzdem: sein möchtegern-rigoristisches Auftreten und die
    ständigen Selbstentlarvungen lassen ihn nicht gerade als
    ernstzunehmende Pers”nlichkeit erscheinen ("farcenhafte
    Züge")


    6. IST DIE "WILDENTE" EIN NATURALISTISCHES/REALISTISCHES
    STÜCK?

    (POLITISCHE UND SOZIALKRITISCHE DIMENSION)

    "Der Mittelstand, der Träger jenes Aufbruchs, erscheint
    in der Person des Fotographen Hjalmar Ekdal ohne Selbstvertrauen
    und ohne Kraft, in ökonomischer Abh"ngigkeit vom Kapitalisten,
    dem alten Werle, und geistig betreut von Dr. Relling... ."
    []

    "Das Stück handelt nicht von politischen, sozialen oder
    überhaupt öffentlichen Angelegenheiten. Es bewegt sich
    ganz und gar auf dem Gebiet des Familienlebens" (Ibsen in
    einem Brief an seinen Verleger Frederik Hegel) [])

    Soziale Merkmale Hjalmars:

    - entstammt einer Beamtenfamilie

    - sozial deklassiert

    - Porträtfotograph: Kunsthandwerk

    - die Erfindung steht im Dienst der Rehabilitierung des





    Großvaters/der Familie und der Altersvorsorge

    - das Atelier als häusliche Idylle

    - ökonomische Abhängigkeiten:

    * Konsul Werle (Ausbildung, Bezahlung seines Vaters für
    Schreibarbeiten)

    * Gina, die eigentliche "Familienversorgerin"

    - feudales Relikt: Gina, die ehemalige Haushälterin des alten
    Werle, wird bei Entdeckung der Schwangerschaft, standesgem"á
    verheiratet

    Ist Hjalmar der Vertreter der orientierungslosen, unter sozialem
    Druck von oben und unten stehenden neuen Mittelklasse?

    Verkörpert er auch deren dekadente Lebensmüdigkeit?




    [] Arpe, Verner (hg. u. übertr.): Henrik Ibsen, Dichter
    über ihre Dichtungen Bd. 10/II, , S. 109

    [] ebda, S. 110

    [] Mc Farlane, James: Ibsen & Meaning. Studies, Essays
    & Prefaces 1953-87, S. 258

    [] Arpe, Verner ..., S. 114

    [] Arpe, Verner ..., S.124

    [] Keel, Aldo: Nachwort zur Reclamausgabe, S. 123

    [] Arpe, Verner ..., S. 118
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