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Magisterarbeit: Kapitel 13: Zusammenfassung zu Maximin und Differenzprinzip
am 2002-02-07 05:51:36 von Wolfgang Melchior
3813 mal gelesen

Arbeiten in der Philosophie Wolfgang Melchior schreibt:

13. Zusammenfassung zu Maximin und Differenzprinzip


Die tragende Idee des Differenzprinzips ist die Vorstellung,
kontingente Anfangsverteilungen durch ein kooperatives System
aufzufangen. Diese Kontingenz bezieht sich auf die Verteilung
natuerlicher Begabungen und Faehigkeiten, dergegenueber sich
alle weiteren Verteilungen sozialer und oekonomischer Gueter
kumulativ verhalten. Das kooperative System gegenseitiger
Vorteile soll diese kumulativen Effekte in einem als
urspruenglich sozial verstandenen Sinne auffangen.

Das Differenzprinzip ist zum einen zu restriktiv, zum anderen zu
vage und laesst daher viele Fragen offen:

Restriktiv ist es deswegen, weil es in zeitlosen Horizonten
Schwankungen und voruebergehende Stoerungen der Kooperation
nicht duldet, obwohl dadurch das Schema als ganzes auf lange
Sicht gestaerkt werden koennte. Zu vage deswegen, weil nicht
klar ist, innerhalb welcher Grenzen es Geltung besitzen soll und
weil es grosse Einkommensunterschiede zulaesst, die sicher nicht
als sozial stabilisierend angesehen werden koennen. Als
gaenzlich unhaltbar erwies sich Rawls? These, dass der
Utilitarismus kein Prinzip ist, welches die Parteien waehlen
koennten: durch die Hineinnahme des Verkettungsprinzips kann den
Parteien ein Durchschnittsnutzenutilitarismus nicht mehr
gaenzlich unwaehlbar erscheinen. Ebenso gibt das GWP
(Gleichwahrscheinlichkeitspostulat=Annahme im Zustand des
Unwissens an einer beliebigen sozialen Position zu sein) eine
Interpretation eines Urzustandes, die nicht einfach von der Hand
zu weisen ist.



Die Wahl der Maximin-Regel soll die Betrachtung der
Grundstruktur aus der Perspektive der am wenigsten Beguenstigten
rechtfertigen. Doch neben den Unklarheiten, innerhalb welcher
Bandbreiten Verluste fuer diese Gruppe gegenueber grossen
Gewinnen Bessergestellter tolerierbar sind, bestehen auch
Begruendungsdefizite hinsichtlich der Risikoscheu der Parteien.
Rawls unterschaetzt ganz offensichtlich den
Plausibilitaetsverlust des Urzustandes durch das Verbot von
Wahrscheinlichkeitserwaegungen. Dies kann nicht allein durch den
Verweis auf die Abstraktheit desselben aufgefangen werden. Auch
ist es nicht zulaessig, immer dann an ein intuitives
Verstaendnis zu appellieren, wenn Rawls selbst abstrakte
Moeglichkeiten vor Augen gefuehrt werden, sonst aber auf der
abstrakten Unverbindlichkeit des Urzustandes beharrt wird.

Der Einwand, dass die Parteien mit Maximin ueberhaupt keine Wahl
treffen koennen, weil sie damit keine Praeferenzen zum Ausdruck
bringen koennten, geht jedoch zu weit, da die Perspektive, unter
der Rawls den Urzustand betrachtet nicht die der Wahl
irgendwelcher Prinzipien, sondern seiner Prinzipien ist. Das ist
sicherlich zirkulaer, jedoch soll es darauf hinweisen, dass
seine Prinzipien bereits Annahmen enthalten, die im
Fairnessprinzip verankert sind: gegenseitige Versicherung gegen
Kontingenzen und die Verpflichtung auf gegenseitge Kooperation.
Kontingenz und Wahrscheinlichkeit - und das scheint die
wesentliche, wenn auch nicht sehr plausible, Motivation fuer
eine Wahl von Maximin aus Rawls? Sicht zu sein - sind zwei
verschiedene Kategorien. Maximin wirft dann ein Licht darauf,
fuer wie kontingent Rawls bestimmte Verteilungen haelt. Rawls
scheint wirklich pareto-optimale Extremfaelle einer maximal
ungleich verteilten Einkommensstruktur im Sinn zu haben..

Auch die Anwendung des Differenzprinzips fuehrt zu Unklarheiten.
So ist nicht glaubhaft, dass das Differenzprinzip
Pareto-Optimalitaet inkludiert, zumindest in seiner
Maximininterpretation (was uebrigens auch nicht anders zu
erwarten war). Die Leximininterpretation fuehrt zwar zu keinen
Widerspruechen innerhalb des Rawlsschen Systems, jedoch wird
ihre praktische Geltung ausgeschlossen.



 
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