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Vorbereitung Staatsexamen - Philosophie/Ethik
am 2009-03-27 21:42:53 von Wolfgang Melchior
29157 mal gelesen

Wissenschaftliche Arbeiten Wolfgang Melchior schreibt:
Gilt nur für Bayern.
I.) Erläuterungen
1.) Neue und alte LPO
Die LPO I Bayern vom Nov. 2002 (alt) schreibt für das Staatsexamen Philosophie/Ethik als vertieftes Erweiterungsfach (Gym) bestimmte Themengebiete vor (siehe unten Themengebiete).

Nach der neuen LPO I (2008) fällt die erste Klausur (Praktische Phjlosophie) weg und wird durch eine Didaktik gleicher Länge ersetzt.

2.) Zusammenstellung
Soweit fertiggestellt steht für jedes Themengebiet und jeden Punkt eine Einführung (in Lernskriptform) zur Verfügung. Da in einer vierstündigen Klausur (im Gegensatz zur Magisterklausur, die ein Spezialgebiet erfordert) nicht viel verlangt werden kann (auch wenn das Studium "vertieft" heißt: viel Überblick, wenig Tiefe), habe ich stets so viel zusammengestellt, dass man jeweils vier Stunden mehr als Sinnvolles, teilweise sogar wirklich Vertiefendes und Kritisches zu Papier bringen kann.
Viele Punkte erfordern eine Interpretation, was genau darunter zu verstehen sei. So ist der Begriff Medizin/Bioethik extrem weit. Ich habe deswegen
a) die wichtigsten fachwissenschaftlichen Diskurse und
b) den Lehrplan
als Auswahlmaßstab herangezogen.

3.) Standards und Kanon
Insgesamt ist es wichtig, die Grundbegriffe der einzelnen Gebiete griffbereit zu haben und darauf aufbauend eine systematische Arbeit zu entwickeln. Eigene Gedanken, die auf aktuellen Diskussionen oder Grundgedanken aufbauen und diese dann weiterführend problematisieren sind im Staatsexamen völlig in Ordnung und auch möglich, wenn auch nichtverlangt.
ACHTUNG: Bisweilen sind die Bewertungskriterien mehr als different! Während manche Korrektoren wohl eine schüler- und unterrichtsnahe Diskussion und Aufbereitung der Inhalte bevorzugen, verstehen andere das Erste Staatsexamen so, wie es auch laut LPO I angelegt ist: als wissenschaftlichen Eignungstest. Wie man dieses Dilemma umgeht, muss jeder für sich entscheiden.

3.) Kritik an der LPO
Letztlich darf die Zusammenstellung der obligatorischen Themen von fachwissenschaftlicher Perspektive als mehr als problematisch betrachtet werden.
Cicero wird heute von nahezu keinem Philosophen mehr wirklich ernsthaft rezipiert (nur noch von Althistorikern und -philologen).
Und Thomas von Aquin, der Scholastiker, ist eher theologisch oder philosophie-historisch interessant als genuin ethisch/philosophisch. An Unis sucht man philosophische Seminare darüber heute leider meist vergeblich.
Andrerseits lässt der Kanon moderne Ansätze des 20. Jahrhunderts, die gerade für den Ethikunterricht entscheidend sind (analytische Ethik, Determinismusproblem, Totalitarismustheorien, etwa Hanah Arendts, Kritische Theorie, Postmoderne usw.) völlig vermissen.



II.) Themengebiete schriftliche Prüfungen nach LPO (nur alt: 2002!)
Klausur 1: Praktische Philosophie
(2 Themen werden zur Wahl gestellt.)
Obligatorische Themen:

  1. Antike:

  2. Mittelalter:

  3. Neuzeit:


Hinweis: Diese Klausur fällt in LPO neu (2008) weg und wird durch eine vierstündige Klausur Didaktik ersetzt, die jedoch als Letzte geschrieben wird. Eine echte genuine Didaktik der Philsophie gibt es bis heute nicht, ihre Vermittlung variiert von Uni zu Uni, von Institut zu Institut teilweise erheblich. Manche Unis bieten auch gar keine Seminare dazu an und verweisen auf Literaturlisten. Aus diesem Mangel sollten Lehramtsstudenten einen Vorteil ziehen und die Didaktik der Ethk und Philosophie nach eigenem Gusto entwickeln (indem man etwa auf Basis eines bekannten philosophischen Ansatzes, einer Methode oder eines Systems eine Didaktik entwickelt, z.B. sokratische Maieutik oder Spinozistischer more geometrico oder Hegelsche Dialektik). Der weitere Vorteil mangelnder Kanonisierung liegt darin, dass schlechte Beurteilungen mit er Begründung mangelhaften Wissens kaum möglich sind. Die besten Einführungen findet man in nicht-bayerischen Bundesländern.
Insgesamt sollte man folgende Themenfelder abdecken:

  • Rechtliche (Wahlfreiheit, Pflichtunterricht) und bildungspolitische (Anspruch, Grenzen, Ziele) Rahmenbedingungen des Ethikunterrichts in Bayern und Deutschland

      In Bayern ist Ethik ein sog. Wahlpflichtersatzfach: Mit diesem kryptischen Ausdruck soll zweierlei gesagt oder, wenn man will, verschleiert werden: Erstens gilt Religion als Pflicht- und Regelfach (siehe BayVerf Art. 136, Abs. 2 oder BayEuG), zweitens besteht aber eine Wahlfreiheit zwischen Religionsunterricht und Ethik, die aus der BayVerf Art. 107, Abs. 6 (kein Zwang zu religiösen Handlungen), vor allem aber Art. 137, Abs. 1 und 2 herleiten lässt. Anders gesagt: Jeder wird zunächst automatisch dem Religionsunterricht seiner Konfession zugeteilt und muss ausdrücklich bekunden, dass er an diesem nicht teilnehmen will, in welchem Falle er automatisch den Ethikunterricht besuchen muss. Alle, die keiner Konfession angehören oder weder katholisch noch evangelisch getauft sind, müssen eine Willenserklärung abgeben, welchen Unterricht sie besuchen wollen. Auf Antrag können diese Schüler auch den Religionsunterricht besuchen. Letzteres muss jedoch von der Diözese formal genehmigt werden.

  • Lehrplan in allen Ebenen für das Fach Ethik

      Der bayerische Gym-Lehrplan ist curricular i.w.S. des Wortes aufgebaut, d.h. es wiederholen sich spiralförmig thematische Blöcke oder Schwerpunktthemen in den Jahrgangsstufen. Der Gym-Lehrplan Bayerns und auch anderen Bundesländer ist (meist) in drei Ebenen aufgebaut (Schule, Fach, Jahrgang):

      1. Ebene 1: Das Profil der Schulart, hier des Gymnasiums
      2. Ebene 2: Die sog. Fachprofile: Dort werden zu jedem Fach die fachlichen und pädagogischen Leitideen und Schwerpunkte vorgestellt. Für das Fach Ethik wird die moralische Orientierungshilfe als Leitidee vorangestellt. Insgesamt werden hier vier Schwerpunktthemen des Faches Ethik festgelegt: I) Der Einzelne und die Gemeinschaft; II) Urteils- und Handlungskompetenz; III) Religionen und ihre Ethik; IV) Bereichsethiken und ihre interdisziplinären Fragen.
      3. Ebene 3: die Jahrgangsstufenlehrpläne für jedes Fach.

      Wenn man im Schuldienst im Allg. von dem Lehrplan eines Faches redet, ist in der Regel nur die Ebene 3 gemeint. Es zeigt sich, dass für das Fach Ethik von der 5. bis zur 10. Klassenstufe die vier Schwerpunktthemen in immer komplexer werdender Form vorkommen. Die Abiturklassen Q11/12 behandeln dann Bereichsethiken unter philosophischen Aspekten (etwa Theorien der Gerechtigkeit, Bioethik etc.).
      Ein Beispiel: In 6.2 sollen unter dem Abschnitt Ich und die anderen u.a. ethische Grundbegriffe der Freiheit und Solidarität in Form von Interessenkonflikten behandelt werden. In 7.2 wird unter Konflikte und ihre Regelung der Konfliktbegriff
      differenzierter betrachtet und vor allem rationale Lösungsstrategien aufgezeigt und demonstriert, wie sie sich von Scheinlösungen unterscheiden. In 8.2 wird dies nochmals am Begriff Verantwortung aufgegriffen.
      Solche und ähnlich rekurrente Inhalte durchziehen den gesamten Lehrplan (Ebene 3) in Ethik.

  • ==> Besonderheiten der Ethik/Philosophie-Unterrichts: Universalität und Ubiquität: von komplexen theoretischen Zusammenhängen bis hin zu lebensweltlichen Problemen; Ratgeberfunktion; starke Reflexionsorientierung; Was ist Handlungsorientierung im Ethikunterricht?

    Der Ethikunterricht verhandelt unter meist sehr allgemeinen und abstrakten Begriffen für Schüler sehr persönliche Probleme. Gerade im Bereich von Einzelnem und Gemeinschaft lässt sich dies gut am Beispiel der Klassengemeinschaft ersehen.
  • Unterrichtsplanung und -gestaltung (Phasenmodelle von Unterricht: von AVIRA bis zum klass. Fünfschritt)
  • der aus anderen Fächern bekannte Kanon von Unterrichtsmethoden, Sozialformen und Unterrichtskonzepten

Hier ein paar Literatur- und Link-Empfehlungen:



Klausur 2: Angewandte Ethik (alte und neue LPO)
(3 Themen werden zur Wahl gestellt.)
Obligatorische Themen:


Klausur 3: Religionsphilosophie/Religionswissenschaft (alte und neue LPO)
(2 Themen werden zur Wahl gestellt.)
Obligatorische Themen:

  1. Religionsphilosophie:

    • Begriff der Religion:

      • Gott

        • Gott als regulative Idee (Kant)
        • Gott als absolutes Ich (Fichte)
        • Gott als Weltgeist (Hegel)
        • Anthropomorphismusproblem: Hat Gott den Menschen oder der Mensch Gott erschaffen?
        • Mono-, Heno-, Poly-, Dualistischer, Polarer Theismus
        • Modelle des Gott-Welt-Verhältnisses:Pantheismus (deus sive natura), deus "ex machina"
        • Deimsus und Theismus (abstrakter und personaler Gott)
        • Demiurg oder präsentischer Gott

      • Verhältnis Gott-Mensch

        • Gottebenbildlichkeit des Menschen vs. absolute Differenz
        • Stellung des Menschen in der Ordnung des Seins/Kosmos (etwa Thomassche Ordo-Pyramide)
        • Verantwortung gegenüber Gott oder reiner Schöpfergott
        • Eingreifen Gottes: Lohn und Strafe, Wunder

      • Wahrheitsanspruch

        • Verhältnis von Wissen und Glauben (etwa in der Scholastik): credo ut intelligam (Anselm) vs. intelligo ut credo (Abelard), Ende des Wissens
        • Verhältnis zu den Naturwissenschaften: Subordination (Protestantismus), Gleichberechtigung, Supervenienz (Katholizismus)

      • Religionskritik

        • Kant
        • Feuerbach
        • Marx
        • Ansätze moderne Religionskritik: Dworkin, Hörster


    • Philosophische Gotteslehre

      • Gottesbeweise, z.B. bei

        • Aristoteles: Kausaler Gottesbeweis
        • Anselm von Canterbury: Ontologischer Gottesbeweis
        • Thomas von Aquin: (Summa) Fünf Beweise
        • Descartes: Ontologischer Gottesbeweis im ersten Gotztesbeweis der Meditationen, zweiter Gottesbeweis des cogito-Arguments
        • Kant: Widerlegung aller Beweise in der Kritik der reinen Vernunft
        • Gottesbeweise in der Übersicht

          • Ontologischer Gottesbeweis: Schluss von der Denkmöglichkeit auf die Existenz; Schluss vom Gedanken auf die Ursache des Gedankens
          • Kosmologischer/kausaler Gottesbeweis: Schluss von der Existenz der Welt auf Gott als erste/n Beweger, Ursache, notwendige Substanz, Gesetzgeber oder intelligenter Designer
          • Teleologischer Gottesbeweis (intellegent design-Ansatz): Schluss von der Zweckmäßigkeit der Welt auf die Existenz Gottes
          • Moralischer Gottesbeweis: Ohne die Existenz Gottes gibt es kein Gut und Böse bzw. keine unbedingt geltenden Sittengesetze
          • Axiologischer Gottesbeweis: Schluss vom höchsten Gut auf die Existenz Gottes
          • Pragmatische Varianten: Gott ist Ursache für den Sinn, ohne Gott ist das Leben sinnlos, da wir unser Leben aber als sinnvoll erleben, gibt es Gott




  2. Religionswissenschaft:

    • Geschichte/Systematik des Christentums

      • Epochen: Jüdische Zeit, Jesus, Verbreitung durch Apostel, Verfolgung und Märtyrer, Arianismusstreit und Trinitätslehre, Konstantinische Wende und Staatsreligion, gewaltsame Christianisierung Europas
        (Chlowdig, Karl, Otto), Kreuzzüge, Scholastik und das Auseinanderbrechen von sacerdotium und regnum (Zwei-Schwerter-Lehre), Abendländisches Schisma, Reformation, Aufklärung, Restaurationsversuche im 19. Jh., Konkordatsschlüsse im 20. Jah. zur Machtssicherung
      • Disziplinen: Exegese (Auslegung der Schriften); Kirchengeschichte; Systematik: Fundamentaltheologie (Rechtfertigung des Glaubens gegenüber den Naturwissenschaften, anderen Weltanschauungen und der Vernunft), Dogmatik(GLaubensbekenntnisse und -inhalte) und Ethik (Individualethik und Sozialethik; Praktische Theologie (eine Art allg. Didaktik der Religion)


    • Lehre/Kult/Ethik von

    • Begegnungen/Konflikte zwischen Religionen:

      • Identität und Wandel der Religionen: Modernisierungsprozess vs. Tradition
      • Religionskritik (s.o.)
      • Religiöse Toleranz (Freiheit von Religionen)
      • Religionsfreiheit (Freiheit für die Religionen)
      • IInterreligiöse Kommunikation (Küngs Weltethos und seine Grenzen)

    • Neureligiöse Bewegungen/Esoterik: Sekten, eklektische Religionen, neue Religionen als Weltanschauungsvereine




 
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